CASA ELECTRO TRIP:
Das Tour-Tagebuch der „TO THE RESCUE“-TOUR
2004
4. & 5.11. Kick-Off
Electricity,
Carlos lernt Karlsberg Ur-Pils kennen und schätzen.
6.11. Saarbrücken: Electricity Festival für elektronische Musik (Congresshalle) 20 Uhr
„Catering-Liste“, Du feines Wort! Heiterster Laune versammeln sich im
famosen Backstage-Bereich der Congresshalle Nando Cornejo (Visuals,
www.blockmachine.net ),
Silvia (
www.potipoti.com ),
C.M. Smith (Casa Electro Novo), Faye Smith (Merchandising & Fashion),
Joachim Trapp (Präsident C.E.N. Germany), Antje Kämmerer (Vize-Präsidentin
C.E.N. Germany und Leiterin Fuhrpark), Linda (Security-Security), John
Warman, der treue Nick, Volker Schütz, das Linsengenie, Frau Trapp
(„Wer sollte mich aufhalten?“), Steffi, Thomas ‚the Lab' Wilding und – leider
sehr spät - Markus Trapp (C.E.N. Webmaster und Herbergsvater
textundweb.com ).
Verwöhnt von einem tollen Festivalteam, das uns nicht nur jeden Wunsch von den Lippen abliest, sondern sie auch noch erfüllt! Vielen Dank an Roland, Sabine & Co.!
Allen Annehmlichkeiten zum Trotz bleibt das Wichtigste: Carlos eröffnet
mit 30 explosiven Minuten um 20 Uhr die SR 1 Popnacht (Quarks,
von Spar, Mia und 2-Raumwohnung warten hinter den Kulissen). Großflächige
Projektionen von Nando, toller Sound, gewagte Sprünge (vom Lautsprecherturm
vor die Bühne – im aktuellen Bericht zu bewundern gewesen), eine
mitreißende Show und die deutsche Bühnepremiere von „Sexy
Girls in Magazins“ lassen das Publikum mehr wollen, als der böse
Zeitplan zulässt.
7.11. Saarbrücken : Lomo-Vernissage „Electricity Backstage“ (Moderne Galerie) 14 Uhr UNPLUGGED!
Mehr, aber Anderes, gibt es im übersichtlichen Foyer der Modernen Galerie im Schatten einer großformatigen LomoClipCollage. Eine Stunde wunderbar entspannendes Gitarrenspiel und angenehmer Gesang (wo hat er schon wieder die Stimme her?) kurieren auch den letzten Kater der anwesenden Vernissagegäste, die gebannt auf dem sehr kalten Schieferboden kauern.
8.11. Stuttgart: Suite 212 ( Theodor Heuss Strasse 15) 21 Uhr
Nach einem Besuch im
Skylife-Tonstudio von
Christian Halten in Ludwigsburg erreichen wir die Suite 212
und denken: „Mercedes“.
Mit professioneller Gelassenheit wird noch eben eine Bühne gebaut, Schwarzlicht gebracht (das Nandos Projektionen ersetzen muss), alle sind sehr freundlich, die Versorgung mit lokalem Bier ist gut und aus einem gediegenen Ambiente, in dem man sich nach Feierabend trifft um Krawatte zu tragen und Cat Stevens zu hören wird langsam dank Richard an den Decks und den eintreffenden Konzertbesuchern, die sich vorwiegend aus der Filmakademie Ludwigsburg rekrutieren (Danke Julie!) das richtige Umfeld für eine sehr ausgelassene Performance von C.M. Smith, der die Größe des Raumes sichtlich genießt. Sorry für die Scherben! Danke an alle in der Suite 212, ein toller Abend!
Die Nacht verbringen wir in der Lomographischen Botschaft Baden-Württemberg, verwöhnt von Ingeborg und Lothar.
9.11. Köln: Stereo Wonderland (Trierer Straße 65) 20 Uhr
Nach einer scheisslangen Fahrt durch unwirtlichstes Wetter bringt Antje uns sicher zum Stereo Wonderland nach Köln. Idyllisch gelegen in einer Gegend, die Carlos treffend als „maybe not the nicest neighbourhood“ lobt, finden wir hier eine hübsche kleine Bühne in einem hübschen kleinen Laden. Alles liebevoll vorbereitet von Iren, die sogar noch unseren treuen Nicolai ‚the groupie' von Poncet beherbergen wird. Vielen Dank!
Ein spektakuläres, scheinbar breakdancegeschütztes Schwarzlicht aus dem Keller des Stereo Wonderlands wird Teil des Bühnenbildes und nach den Erfahrungen in Stuttgart danach gerne gegen einen Teil der Gage getauscht.
Ein tolles Konzert vor einem illustren Publikum: Alex Kinne (
www.c-o-pop.de ),
Fritz & Vera (Schmitz & Giese) u.a. Rolf Witteler (Le Pop) kam
leider nach der zweiten Zugabe. Man trinkt Kölsch.
10.11. Düsseldorf : Galerie Revolver (Hermannstr. 36) 20 Uhr
Nach einem sehr entspannenden Besuch in den Claudius Thermen treffen wir in der Galerie Revolver endlich wieder auf Nando Cornejo, der schon den Beamer auf die wunderbare Bühne (mit Catwalk!) richtet.
Sehr schöne Räume, vieleviele nette Leute, beste Laune und
eine sehr engagierte Vorstellung von C.M. Smith: Herzlichen Glückwunsch
zum Geburtstag, liebe Galerie Revolver! Und vielen Dank für die
tolle Vorbereitung und herzliche Aufnahme! Mit Yvonka und Antje wird
verabredet Spejbel & Hurvinek bei einem Auftritt in Prag in die Show
zu integrieren. Manu Nikele (
www.cargo-records.de )
verpasst leider den Auftritt wegen einer Autopanne in Wuppertal.
Die Nacht verbringen wir wieder in Köln in der größten Wohnung der Welt und geniessen Veras unglaublich exquisiten RundumdieuhrCatering.
11.11. Hamburg : Konsum (Stresemannstr. 13) 22 Uhr
Morgens in Köln: Schnee auf dem Tourbus. In Hamburg Sonne, aber klirrende Kälte. Rasch werden aus dem Konsum 30 m³ herrlich staubiger Polstermöbel in ein fussläufig zu erreichendes Lager getragen, um Platz für eine Bühne zu schaffen, die es nicht gibt. Armin (gute Besserung für die Bänder!) bereitet Tee, der besonders dem Magen des Managements gut tut (leider bleibt es wieder nicht beim Tee). Nach dem Soundcheck sind die Pfeiffgeräusche fast weg und vor vollem Haus beginnt eine selten nervenaufreibende Show mit viel zu weiten Sprüngen von Fensterbrettern, Flick-Flacks vor dem Konsum, die vom Publikum durch das Schaufenster bejubelt werden, mit einem durch einen Stunt gebrochenen Gitarrenkabel (Danke für die Diagnose an Arne „den Lötkolben“ Vollstedt), das in einer Pause zwischen der zweiten und dritten Zugabe ersetzt wurde. Lange bleibt Carlos mit Arne vom Rekord im Backstagebereich, der - unter Tage liegend - mit vollen (!) Astra-Kästen sehr sympathisch möbliert ist. Ehrengast: Herr Willie!
12.11. Berlin : Dr. PONG (Eberswalderstr. 21) 22 Uhr UNPLUGGED!
Nach einer viel zu kurzen Nacht im charmanten Hotel Pacific hat das Management gelernt: Das Zimmer von Rockern zahlt man bar und nicht mit Kreditkarte. Trotzdem schmeckt das Frühstück mit einem sprechenden Tischmülleimer und originellen Gesetzestexten an der Wand und nach wenigen endlosen Stunden erreichen wir die Stadt aus Vinyl, in der die Menschen Tonarme haben und Ohren aus Diamant und in der das Leben eine große schwarze Scheibe oder ein kleiner silberner Rohling ist: Berlin!
Das fabelhafte Dr. Pong, von Oliver Miller (einem Freund von Carlos aus alten Schultagen unter der Sonne New Mexikos) in kürzester Zeit zum Nabel der Berliner Szene, bzw. einer der Berliner Szenen, nämlich der Dr. Pong-Szene gemacht, bietet alles, was man für eine gelungene unplugged Session braucht: Eine durch Fußballinteressierte (Frankfurt!) liebevoll zurechtgebrummelte Geräuschkulisse, die dem Sänger alles abverlangt, langhaarige (gepflegt!) Studenten, die in dicken Polstermöbel mit geschlossenen Augen die musikalischen Welten von C.M. Smith durchwandern, alkoholisierte (oder schlimmeres!) Zuhörer, die die Performance durch Zwischenrufe bereichern, frohe Frauen, deren Lachen – und sie lachen viel, denn die Stimmung ist gut – klingt wie Möbelschieben. Schnelles Möbelschieben über Schieferntafeln. Ungewöhnlich aber absolut nicht unsympatisch. Und auch dieses Publikum (um den Ausdruck Meute zu umgehen) schlägt Carlos in seinen Bann und der Beifall ist groß und nicht alle Zugabenforderungen können erfüllt werden.
13.11. Berlin : KINZO Klub (Karl-Liebknecht-Straße 11) 0 Uhr
Was haben wir von unserer Reise durch die Provinz mitgenommen? Was können wir von den Menschen dort lernen? Vielleicht, dass es eine schöne Sache ist, Freude zu zeigen. Dass es gut ist, Anteil zu nehmen. Dass es erlaubt ist, gut zu finden, was man gut findet, ohne um Erlaubnis zu fragen. Ganz sicher aber, dass man nach einer Stunde Soundcheck nicht alle Einstellungen am Mischpult wieder verändern darf.
Vor der, von HP sehr elegant in die Zuschauer gezüngelten, Bühne wird ausgelassen getanzt, auf den Monitoren erfreuen die Visuals von Nando und Carlos erntet sehr viel Lob für seinen siebten und letzten Auftritt der einwöchigen „To the Rescue“- Tour 2004.
Die neue Schwarzlichtlampe ist leider doch nicht bruchsicher. Schade.
14.11. Schönefeld: Nach nur zwei Stunden Schlaf und einer Tasse extrem starken Grünen Tees trägt C.M. Smith seinen Koffer (oder trägt er ihn?) zum Check-in. London wartet.











